Was man wissen sollte

Was man über die französische Essweise bei Studenten wissen sollte

Es ist kein Geheimnis, dass Franzosen deutlich schlanker als die Deutschen sind. Das ist nicht nur ein Gerücht oder statistisch belegt, sondern ich sehe das auch aus eigener Erfahrung. Viele liegen im Normalbereich, erschreckender finde ich es aber, dass viele auch deutlich untergewichtig sein, mehr als bei uns.

Ich habe bereits einige Bücher und Artikel über das Essverhalten der Franzosen gelesen, in dem erklärt werden soll, was das Geheimnis der Damen ist. Auch wenn einiges davon wohl stimmen mag, sehe ich manches doch etwas anders. Eins vorweg: ich gehe davon aus, was ich mitbekommen habe und stütze mich darauf. Kann sein, dass Statistiken etwas anderes sagen.


Franzosen frühstücken nicht


IMG_20150925_090919In einem Artikel las ich, dass die Franzosen ja so gesund frühstücken: ein bisschen Haferflocken, ein bisschen Griechischer Joghurt, Honig und Leinöl. Klingt ja wirklich gut, aber ehrlicherweise: Franzosen frühstücken nicht. Ich habe noch keine einzige getroffen, die morgens irgendwas zu sich nahm. Stattdessen folgt erst in der obligatorischen Mittagspause von 12.30-14Uhr die erste große Mahlzeit. An manchen Tagen, wenn früh’s dann doch der Magen knurrt, gibt’s das alte Baguette vom Vortag, das in den Kaffee getunkt wird. Das sollte reichen. Wenn der Hunger am Vormittag zu groß wird, schnappen sie sich was aus dem Süßigkeitenautomaten. Oder sie rauchen eine. Das soll anscheinend auch helfen. Franzosen sind keine Frühstücksmenschen. Außer am Sonntag. Da wird dann lang und breit gebruncht.


Am Mittagessen gibt’s Fast Food


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In Frankreich ist die Pause um Mittag herum obligatorisch. Um die Uhrzeit machen selbst manche Geschäfte zu. Supermärkte natürlich nicht. Irgendwo muss man ja das Essen herbekommen, wenn nicht beim nächstgelegenen Bäcker, bei dem es belegtes Baguette gibt. Nicht unweit der Universität sind einige Imbissläden, bei dem es alles gibt, was das ungesunde Herz sich wünscht: Pizza, Döner, Pommes. Das beliebteste bei den Studenten ist Baguette gefüllt mit Pommes. Wer denkt, dass es wenigstens Mittags irgendwie etwas gesünder wird, der täuscht sich. Alternativ zu den sehr beliebten Pommes gibt es im Automaten auch Sandwichs oder eben die obligatorischen Süßigkeiten. Um die nächsten Stunden zu überstehen, wird dazu Kaffee aus dem Automaten getrunken. Das Zeug hat mehr Zucker als Koffein, und trotzdem wird es literweise getrunken. Zwar lässt sich der Zuckergehalt der Getränke regeln, wenn ich aber immer wieder zum Automaten gehe, ist der immer aufs oberste eingestellt. Jedes Mal ist das so. Deswegen geh ich davon aus, dass viele es pappsüß bevorzugen.


Am Abendessen wird es festlich – jedes Mal


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Die Hauptmahlzeiten der Franzosen ist das Abendessen, denn um ungefähr 20h/21h sind alle Familienmitglieder zuhause. Das erste und einzige Essen mit der ganzen Familie. Deswegen wird hier auch ordentlich aufgetischt, und vor allem frisch und gesund gekocht. Richtige Hausmannskost. Dann bleibt es aber nicht nur bei einer Mahlzeit, wie es wir Deutschen bevorzugen. Erst gibt es Vorspeise, Hauptspeise, Zwischenspeise, Käse, Dessert. Nicht jeden Abend, aber wenn es dann doch mal etwas größer sein soll, dass kommt man an fünf Gängen mindestens nicht vorbei. Ich hatte das einmal, ganze vier Stunden. Als Gast wurde mir dann immer noch zusätzlich was aufgedrückt, mit großen, erwartungsvollen Augen. Wie sollte ich da nur ’non‘ sagen können? Nach dem Essen wäre dann eigentlich Zeit, um sich getrost ins Bett zu legen und den vollen Magen zu verdauen. So obligatorisch wie das Abendessen sind aber auch die Familienspiele danach. Denn, man möchte schließlich die Zeit zusammen genießen. Familie ist den Franzosen heilig. Das Abendessen erklärt wahrscheinlich am Besten, warum Franzosen am nächsten Morgen nicht frühstücken wollen oder auch können. Der Magen ist vom letzten Abend noch viel zu voll.


Nun, was mag wohl nun das Geheimnis der schlanken Figürchen der Franzosen sein? Die Antwort ist ganz simple. Das Frühstück fällt meistens komplett weg, das Mittagessen fällt ebenfalls nicht besonders groß aus. Meistens genügt eine kleine Portion Pommes, und am Abend gibt es zwar viele Gänge, aber durch den Salat am Anfang ist der Bauch angenehm gesättigt, sodass von den anderen Gängen immer nur ein bisschen genommen wird. Da die Studenten in ihrem Leben nie andere Essensverhalten gewöhnt waren, reicht ihnen dieser Umfang an Essen. Ich kann mich da nur schwer einordnen. Ich brauch mein Frühstück und Abends bekomme ich kaum etwas runter.

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