Lifestyle

Un jour à Bordeaux

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Es ist 4.30, ich stapfe los. Geschlafen? Vielleicht vier Stunden, höchstens. Oh Gott bin ich müde. Gefrühstückt habe ich nichts. Um 3.45 bekomme selbst ich keinen Hunger. Liegt aber wahrscheinlich auch an den Churros, die ich am Tag zuvor auf dem Weihnachtsmarkt verdrücke habe. Ich verlasse das Gelände. Jetzt heißt es, schnell über die Hauptstraßen zum Bahnhof eilen. Meine Schritte auf dem trockenen Laub sind die einzigen Geräusche, die diese menschenleeren Atmosphäre beleben. Nun, und die singenden Vögel und die einzelnen Autos. Sonst nichts. Erst als ich weiter ins Zentrum laufe, kommen ein paar Menschenstimmen dazu. Vor allem betrunkenes Gebrülle erreicht meine Ohren. Ich passiere eine Gruppe von drei Männern, die auf der anderen Flussseite stehen. Ihr Blick schweift zu mir. Ich versuche weiter geradeaus zu laufen, murmle leise „scheise, scheise, scheise“. Mein Schritt beschleunigt sich. Ich biege in die nächste Straße ein, gehe mir sicher, dass sie mir nicht folgen. Nein. Ich bin aus ihrem Blickfeld. Weiter geht’s. Nur noch 28 Minuten laufen. Ich komme wieder auf eine befahrene Hauptstraße. Hier in der Innenstadt kommen mir immer wieder Männer in Zweiergruppen entgegen. Meist bin ich auf der andren Straßenseite, sind sie auf meiner, blicke ich starr geradeaus. Die dummen Rufe halten sich in Grenzen. Viermal „hey“, einmal „hallo“ aus einem Auto herausgerufen. Jetzt hab ich nur noch eine Straße vor mir. Sie ist dunkel, eine große Nebenstraße, ohne Menschen. Nur einzelne Autos, aber ich habe das Ziel schon vor den Augen. Ich reiße mich nochmal zusammen und laufe noch schneller. Dann der Busbahnhof. Oh mein Gott. Geschafft. Busabfahrt in fünfzehn Minuten. Ich warte nicht lange alleine. Die Freundin taucht auf, mit der ich nach Bordeaux fahren möchte. Wir begrüßen uns mit: „Das machen wir nie wieder!!“ Sie hatte den gleichen Schreckensweg vor sich gehabt wie ich. Der Bus ist pünktlich, der Busfahrer freundlich. Die drei Stunden Fahrt sind so schnell vorbei. Irgendwann erreichen wir die Haltestelle in Bordeaux. Sie ist mitten im Zentrum, wissen wir zu diesem Zeitpunkt nur nicht. Wir fühlen uns wie am Ende der Welt. In irgendeinem Industriegebiet. Aber nach nur ein paar Schritten wird uns bewusst, dass ist nur die Gegend um den Bahnhof. Dreißig Minuten Gehweg später stehen wir schon an der wunderschönen Pont de Pierre. Unglaublich, wie lang diese Brücke ist, und wie traumhaft schön. Bordeaux überwältigt uns bereits ein paar Minuten nach der Ankunft mit schönem Wetter und traumhafter Architektur. Vor allem die Sauberkeit dieser Stadt lässt uns sofort wohlfühlen. Wir beide sind Kleinstadtmädchen. Wir lieben solche gemütlichen Orte.

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Als Student mittlerem Budgets kamen wir im Ibis Budget Hotel Centre Bastide unter. Wir blieben nur eine Nacht, aus dem Grund, weil wir nicht mehr als ein Wochenende für den Besuch hatten. Bleiben wir länger, wählen wir meist dann doch noch etwas preisgünstigere Unterkünfte. Nichtsdestotrotz ist Bordeaux tatsächlich ein Besuch wert. Insbesondere in der Weihnachtszeit, wenn die ganze Stadt mit Lichtern überflutet ist.

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