Was man wissen sollte

Was man über französische Studentenwohnheime wissen sollte

Auf der Suche nach einer erschwinglichen Möglichkeit in Frankreich wohnen zu können, kam mir das Angebot des Studentenwohnheims bei der Bewerbung für die Universität recht gelegen. Eine Gastfamilie habe ich nicht gefunden, genauso wenig Ahnung gehabt, wie ich an ein WG-Zimmer hätte kommen können. Als dann die Zusage für das Zimmer einflatterte, war ich also umso glücklicher, weil das eine Sorge weniger bedeutete.

Bereits im Frühling dieses Jahres wohnte ich für ein zweimonatiges Praktikum bei Paris in einem Internat, auf großen Luxus hoffte ich nach dieser Erfahrung sowieso nicht mehr. Das damalige Internat besaß ein kleines, quietschendes Bett, einen Schrank, einen Tisch und eine Dusche. Toilette und Küche waren jeweils separat. Internet gab es dort auch nicht. Ich lebte also zwei Monate von der Außenwelt mehr oder weniger abgeschnitten. Bei meinem Handy den Handyvertrag ändern, hatte ich ebenfalls verbummelt und durfte ganz schön draufzahlen oder das Handy auf die Seite legen. Aus diesem Grund war ich ganz froh, dass in der Beschreibung des Studentenwohnheim stand, dass Internet mit Kabel im Zimmer möglich war. Neun Monate komplett offline hätte ich wahrscheinlich nicht überstanden.

Was man über französische Studentenwohnheime wissen sollte – Das Leben mit den etwas anderen Nachbarn

Ich wohnte in Halle in einer Einzimmer-Wohnung mit wunderbar ruhigen Nachbarn. Die neben mir gaben keinen Laut von sich, die unter mir waren wahrscheinlich taub und bekamen mein Sportgetrampel nicht mit. Die Nachbarn in Tours waren ebenfalls ganz in Ordnung. Nur wenn sie nachts um 22 Uhr begannen zu kochen. Da wurde es dann schon manchmal ganz schön laut, aber es war aushaltbar. Meine Nachbarn hier sind nun etwas speziellerer Art. Junge Studenten, die das erste Mal von zuhause ausgezogen sind und Auslandsstudenten mit anderen Gepflogenheiten. Ich kann nicht genau sagen, welcher meiner lieben Nachbarn mir am meisten die Nerven raubt:

  • der Kiffernachbar, der in gewissen Abständen um zwei Uhr nachts den Feuermelder auslöst und jeder aus dem Gebäude im Schlafanzug nach unten trotten muss, um dann nach zehn Minuten wieder hinaufzutrotten.
  • Die südländischen Genossen, die um Mitternacht eine Party auf dem Flur veranstalten und von Zimmer zu Zimmer schreien.
  • das ’nette‘ Pärchen über mir, dass ganz nach dem Lied lebt „I love it when we fight just to make up. Funny how bad words turn to making love“. Das ganze nachts um drei Uhr, im Wechsel zwischen Liebe und Streit. Ob ich ihnen mal zustecken sollte, dass das ganze Haus ihre Liebe mitbekommt?

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Es klingt schlimmer als es ist. An die Hälfte der Dinge habe ich mich bereits nach vier Monaten gewöhnt. Die positiven Dinge an einem Studentenwohnheim sollte man nicht außer Acht lassen.

  • man lebt mit vielen Studenten aus vielen Nationen zusammen, lernt sich untereinander etwas kennen bzw. man grüßt sich, weil man sich bereits vom Sehen kennt
  • die Sicherheit steht hier hoch im Kurs. Nachts befinden sich Sicherheitsleute auf dem Gelände, überwachen die Anlage.
  • Sollten Abende in der Stadt doch mal länger werden, fühlt man sich nie unsicher, spät um die Uhrzeit noch unterwegs zu sein. Viele Studenten steigen an der gleichen Haltestelle wie ich aus. Im Entenmarsch geht’s dann ins Wohnheim. Alleine ist man da nie.
  • Die Verwaltung ist ganz entspannt, wenn es um das Bezahlen der Miete geht. Man kann weit im Voraus bezahlen, oder jeden Monat zu ihnen und bezahlen. Dann ist es egal, ob man pünktlich am 1. oder erst am 12. kommt. Hauptsachen man bezahlt irgendwann im Monat. Sie sind tatsächlich richtig entspannt. Und wenn man keine Lust hat, ins Sekretariat zu dackeln, geht das ganze auch online.
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