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Wir werden zu Maschinen, ich fühle mich wie eine Maschine. Eine Arbeitsmaschine.

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Mein Studium in der Germanistik habe ich, bis auf die Bachelorarbeit in den vorgegebenen drei Jahren beendet, das Romanistik-Studium wird ebenso mit dem sechsten Fachsemester abgeschlossen. Alles läuft genau so, wie es die Bachelorbestimmungen vorgegeben haben. (man bemerke, ich habe Romanistik erst ein Jahr später als Germanistik begonnen). Ich liege in der Regelstudienzeit, vom Langzeitstudentendasein bin ich noch weit entfernt, und doch macht sich langsam Panik in mir breit. Was ist, wenn ich doch noch ein Jahr länger benötige, was ist, wenn ich auf der Zielgeraden die Prüfungen vermassle, exmatrikuliert werde, so kurz vorher? Drei Jahre vergeudet, drei Jahre umsonst. Entspanntes Leben als Student? Fehlanzeige. In mir macht sich Druck breit. Mächtiger Druck von Seiten der Universität, die so viel erwartet, so viel fordert, mich überfordert. Dann noch der Druck endlich fertig zu werden. Druck, den ich mir selbst mache. Ich blicke zu meinem früheren Kommilitonen. Er hat mit mir die Romanistik begonnen, ich war bereits schon ein Jahr an der Universität, und er beendete dieses Jahr das Studium. Nach zwei Jahren Bachelor. Er fing später an, er hörte früher auf. Ich bin neidisch, denn ich torkle immer noch im Bachelor herum. Ich sollte stolz auf mich sein: Germanistik ist beendet. Ein Teil meines Studiums habe ich geschafft, und doch raubt mir die Romanistik die Nerven. Hausarbeit über Hausarbeiten, Erwartungen, hohe Erwartungen. Ich denke, ich kann ihnen nicht gerecht werden. Ich schiebe Panik. Wache nachts weinend auf. Hier in Frankreich wollte ich mich eigentlich nur auf die Universität hier konzentrieren, doch das Institut zuhause setzt mir Bestimmungen auf, die ich leisten muss. Davon sprachen sie vor meiner Abreise nicht. Damals gaben sie ihr Okay, jetzt erwarten sie plötzlich voluminöse Arbeiten. Ich arbeite nun für zwei Universitäten. Aus dem netten, unproblematischen Frankreichjahr, in dem ich die französische Sprache lerne, wurde plötzlich mächtig Stress, den mir die Uni, den ich mir aber auch selber mache. Ich frage mich, wenn das Studentenleben die schönste Zeit des Lebens sein soll, wie wird dann wohl meine Zukunft aussehen? Ich empfinde das Studentenleben nicht als erholsam, nicht als angenehm. Ich bin gestresst, genervt, muss leisten, muss funktionieren. Mein Privatleben geht unter. Denn es ist nun mal so: es reichen keine drei Jahre Regelstudienzeit mehr. Die Studenten müssen schneller werden, kürzer für das Studium brauchen, für mehr Stoff. Wir werden zu Maschinen, ich fühle mich wie eine Maschine. Eine Arbeitsmaschine.

An die Studenten da draußen? Fühlt ihr euch genauso? Gestresst? Oder seid ihr ganz gespannt in eurem Studium? Abhängig nun davon, ob euch euer Studium gefällt oder nicht. 

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